Sport als Inklusionsquelle!

Sport hat sich in den letzten Jahren rasant im Breiten- und Freizeitsport etabliert und ist ein eigenständiges System unserer Gesellschaft geworden.

Mit seinen vielfältigen Angebotsstrukturen erfasst er immer breitere Kreise der Bevölkerung und durch seine bedeutende Stellung kann er zukünftig den Prozess, Teilhabe für immer größere Teile der Bevölkerung zu realisieren, begünstigen.

Warum ist gemeinsamer Sport für alle Teilnehmer bedeutend:

Menschen werden durch körperliche Herausforderung und die dabei entstehende körperliche Selbsterfahrung motiviert: sowohl die motorische als auch die kognitive Leistungsfähigkeit werden durch Bewegungsaktivitäten geschult und gefördert.

Die positive Wirkung zeigt sich im Alltag:

das Aktivitätsspektrum vergrößert sich,

im Sport erlernte Bewegungen erleichtern tägliche Tätigkeiten, körperliche Dysbalancen werden relativiert und besonders für Menschen mit Beeinträchtigungen festigt sich ihre Autonomie und damit die sozialen Interaktionen.

„Das Vertrauen in die eigene Kompetenz,

den Alltag durch gesteigerte Mobilität selbstständig

gestalten zu können,

erhöht die Lebensqualität immens.“(2)

Viele Menschen machen Sport, weil sie Bewegungen so ausführen wollen, dass sie einem selbst und anderen gekonnt kunstvoll, beeindruckend und schön erscheinen wollen.

Dieses Motiv hat eine selbstbestätigende Wirkung.

Andere wiederum suchen den körperlichen Ausgleich, Fitness, eine umfassende körperliche Beanspruchung und das nachfolgende körperliche Wohlbefinden inklusive Entspannung: Menschen mit diesem Motiv erwarten positive Wirkung auf die Gesundheit und ihre Figur.

„Seit die Verbesserung, die Erhaltung oder die Wiedererlangung der körperlichen Leistungsfähigkeit und der eigenen Gesundheit als potenzielles Ziel sportlicher Übungen aus als vermarktbar erkannt und in diesem Sinne seitens verschiedener Akteure instrumentalisiert wurden, ist der Sport als selbstverständlicher Bestandteil individueller Lebensgestaltung kaum mehr wegzudenken- im Gegenteil: Je stärker Autonomie und Selbstwirksamkeit sowie körperliche Leistungsfähigkeit und Gesundheit als wichtige Merkmale eines gelingendes Lebens definiert werden, umso größere Bedeutung scheinen sportliche Aktivitäten im Leben vieler Menschen zu erlangen.“(1)

Menschen mit einem ausgeprägten Leistungsmotiv haben konkrete, sportliche Ziele: sie wollen sich „etwas abverlangen, sich an Aufgaben messen und sich mit anderen vergleichen, ihre eigenen Möglichkeiten und Grenzen erkennen, die Anerkennung anderer und ein Bewusstsein des eigenen Wertes bekommen.“ (3)

Soziale Teilhabe, Kontakt und Geselligkeit gehören zu den Hauptgründen, warum Menschen Sport treiben, sie mögen es, mit anderen zusammen zu sein und das Gefühl von menschlicher Nähe und Geborgenheit.

„Im Hinblick auf das gemeinsame Sporttreiben von Menschen mit und ohne Beeinträchtigung wurden für alle Beteiligten Effekte im sozial-affektiven Bereich nachgewiesen, wie zum Beispiel Abbau von Vorurteilen, Berührungsängsten und allgemeiner sozialer Distanz sowie Zunahme von Akzeptanz, Toleranz und Kooperation.“(4)

Auf Grundlage dieser Motivationen und Bedürfnisse möchte Sportkinder e.V. mit sportlich-kreativen Angeboten eine Plattform für Sportler schaffen,

denen die Bedeutung des inklusiven Sports wichtig ist und die erkannt haben, dass wir alle Verantwortung für das Gelingen von Inklusion tragen.

Wie kann Inklusion im Sport realisiert werden:

Wenn Inklusion bedeutet, dass alle Menschen

trotz und wegen ihrer Verschiedenheit gleichberechtigt

ihre Rechte und Bedürfnisse zusammenleben,

dann müssen auch alle Menschen die Möglichkeit bekommen, ihre Sportaktivitäten selbstbestimmt zu gestalten.

Wenn „Behinderung nicht mehr als Defizit,

sondern als soziale Benachteiligung im Sinne einer Einschränkung von Teilhabechanchen betrachtet wird und Menschen mit Behinderung nicht länger als Objekte der Fürsorge; sondern als mit Bürgerrechten ausgestattete, selbstbestimmte Subjekte begriffen werden, reicht es nicht, spezielle Angebote für Menschen mit Behinderung (bis hin zum Leistungssport) zu schaffen.

Vielmehr kommt es darauf an, durch die Entwicklung und Organisation von inklusiven sportlichen Angeboten und Veranstaltungen Menschen mit und ohne Behinderung miteinander in Bewegung kommen zu lassen.“ (1)

Auf der Ebene des Breiten- und Freizeitsports versucht Sportkinder e.V. in Kooperation mit Trainern, Agenturen, Studios, Verbänden und Vereinen Sportangebote zu organisieren, die das Selbststärkegefühl und die Gruppenzugehörigkeit für jeden Teilnehmer realisieren.

Eine Auswahl unserer Veranstaltungen können Sie sich unter „Events“ anschauen.


Literaturhinweise:

(1): APuZ 16-19/2011; Daniel Küchenmeister, Thomas Schneider „Sport ist Teilhabe“

(2): Vgl. Volker Anneken, Teilhabe durch Sport, in: Gemeinsam leben, (2010) 3, S. 135-138; Manfred Wegner, Sport und Behinderung, Schorndorf 2001.

(3): D. Kurz, Lehren im Sport

(4): Volker Scheid, „Behinderte helfen Nichtbehinderten“ – eine ungewöhnliche Initiative mit beachtlicher Wirkung, in: Friedhold Fediuk (Hrsg.),

Inklusion als bewegungspädagogische Aufgabe. Menschen mit und ohne Behinderungen gemeinsam im Sport, Baltmannsweiler 2008.